
Zusammenführung von Fachwissen zu kulturellen Verhaltensweisen von Schimpansen, Naturschutzwissenschaft und Politik, um multidisziplinäre Ansätze für den Schutz von Schimpansen voranzutreiben.
ÜBER UNS
Wir sind ein multidisziplinäres, internationales Team aus Forschenden und Naturschützern, das sich aktiv für den Schutz von Schimpansen sowie deren Lebensräumen und Kulturen einsetzt. Unsere Mitglieder verfügen über vielfältige Hintergründe und vereinen akademische sowie praktische Expertise in den Bereichen Schimpansenverhalten, Ökologie und Archäologie, aber auch in Naturschutz, Sozialwissenschaften, Einbindung der lokalen Bevölkerung, Politik und Projektmanagement.
Die WGCC ist Teil der Sektion für Menschenaffen (SGA) innerhalb der Primate Specialist Group (PSG) der Species Survival Commission (SSC) der International Union for Conservation of Nature (IUCN); deren übergeordnetes Ziel ist es, den Schutz von Menschenaffen unter Anwendung bewährter Verfahren und aktueller fachlicher Erkenntnisse zu fördern.
UNSERE MISSION
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Bauen Sie ein Netzwerk von Fachleuten auf, die gemeinsam die Kulturen von Schimpansen fördern, bewahren und erforschen.
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Identifizieren Sie die Möglichkeiten, wie Schimpansenkultur als Vorteil für den Naturschutz genutzt werden kann.
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Bieten Sie Interessenträgern und politischen Entscheidungsträgern Orientierungshilfe dazu, wie die Kultur von Schimpansen in umfassendere Naturschutzstrategien integriert werden kann.
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Entwickeln Sie ein Protokoll für die Einbeziehung und Bewertung von Verhaltens- und Kulturvielfalt bei Felderhebungen und im Populationsmonitoring.
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Unterstützen Sie Naturschutz- und Forschungsbemühungen vor Ort, die darauf abzielen, unser gemeinsames Wissen über die kulturelle Vielfalt von Schimpansen zu erweitern.
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Förderung multidisziplinärer, inklusiver und ganzheitlicher Ansätze zum Schutz von Schimpansen, die sowohl die einzelnen Tiere, die Population, ihren Lebensraum und ihre kulturellen Verhaltensweisen als auch die lokalen menschlichen Gemeinschaften und deren Bedürfnisse berücksichtigen.
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Wissenschaftliche Erkenntnisse über die Kultur von Schimpansen und deren Bedeutung für den Naturschutz auf lokaler und globaler Ebene teilen.
Schimpansenkultur
Schimpansen (Pan troglodytes ssp.) gehören zu unseren nächsten lebenden Verwandten; wir teilen mit ihnen einen gemeinsamen Vorfahren, der vor etwa 7 bis 8 Millionen Jahren lebte[1]. Derzeit werden vier Unterarten von Schimpansen unterschieden[2]: Zentraler Schimpanse (P. t. troglodytes), Westlicher Schimpanse (P. t. verus), Nigeria-Kamerun-Schimpanse (P. t. ellioti) und Östlicher Schimpanse (P. t. schweinfurthii). Sie alle verfügen über umfangreiche und vielfältige kulturelle Repertoires und Traditionen[3,4], die von Forschenden weiterhin erforscht und aufgedeckt werden[5,6].

Zu den kulturellen Verhaltensweisen gehören der Gebrauch von Werkzeugen, vokale Dialekte, nonverbale Kommunikation (z. B. Gestik) sowie Ernährungsweisen (z. B. welche Nahrungsmittel gefressen und wie diese beschafft werden). Viele dieser Verhaltensweisen variieren zwischen Unterarten und sogar innerhalb von Populationen derselben Unterart. Die Vielfalt sozial erlernter Verhaltensweisen – also solcher, die von anderen übernommen wurden – und die für jede Schimpansengemeinschaft spezifisch sind, wird als kulturelle Vielfalt bezeichnet. Viele dieser Verhaltensweisen, insbesondere jene im Zusammenhang mit der Nahrungssuche, ermöglichen es Schimpansen, flexibel zu bleiben und sich an veränderte Umweltbedingungen oder Störungen anzupassen.
Schimpansen werden auf der Roten Liste der IUCN als gefährdet geführt[2], wobei der Westliche Schimpanse (P. t. verus) als vom Aussterben bedroht eingestuft ist[7]. Zu den Hauptbedrohungen zählen die Zerstörung von Lebensräumen – häufig infolge landwirtschaftlicher Expansion und industrieller Erschließung – sowie die Jagd. Diese Faktoren führen zur Isolation und zum Rückgang von Populationen, was nicht nur die genetische, sondern auch die kulturelle Vielfalt beeinträchtigt, da soziale Bindungen unterbrochen werden, die für die Weitergabe und Aufrechterhaltung von Verhaltensweisen innerhalb einer sozialen Gruppe unerlässlich sind. Zur Unterstützung der Naturschutzbemühungen ist der Erhalt der kulturellen Vielfalt – ebenso wie der genetischen Vielfalt – von entscheidender Bedeutung; nur so lässt sich sicherstellen, dass Verhaltenswissen nicht verloren geht und Schimpansen über ein flexibles Repertoire an Verhaltensweisen verfügen, um sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen.













